Zur Nicht-Umbenennung der Messerschmitt-Straße

Willy Messerschmitt war ein typischer „Mitläufer“, der unter dem Nationalsozialismus Karriere machte, dem es aber egal war, wofür und von wem und unter welchen erbärmlichen Bedingungen seine Flugzeuge hergestellt wurden. Die Me 109 war ein wesentlicher Bestandteil bei den deutschen Angriffskriegen gegen Polen, gegen Frankreich, gegen England und auch gegen die Sowjetunion. Und es waren nicht nur deutsche Piloten, die nicht mehr zurückkehrten, sondern auch sehr viele gegnerische. Der ebenfalls mit einer Straße im Univiertel bedachte Josef Priller schoss so als Commodore des Jagdgeschwaders „Schlageter“ über 100 gegnerische Flugzeuge ab.

Dabei hätte Messerschmitt durchaus Handlungsspielräume gehabt, wie der Fall von Rudolf Heß zeigt, der mit Hilfe von Messerschmitt von Augsburg aus nach England flog. Dieser Weg wäre auch Messerschmitt und seinem Lieblingspiloten Fritz Wendel offen gestanden. Statt dessen arbeitete er aber bis zum Schluss an seiner „Wunderwaffe“, die doch noch für den „Endsieg“ sorgen sollte.

Nach dem Krieg brachten weder Messerschmitt noch die von ihm gegründete Messerschmitt-Stiftung ein Wort des Bedauerns für den massenhaften Einsatz von Sklavenarbeitern auf. Vielmehr machte Messerschmitt da weiter, wo er aufgehört hatte: Mit dem Bau von Militärflugzeugen für Diktatoren, für Franco in Spanien und für Nasser in Ägypten. Und nach der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik durfte er – auf Vermittlung des damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef-Strauß - in Lizenz amerikanische Starfighter bauen, die dann reihenweise abstürzten.

Messerschmitt mag ein begnadeter Konstrukteur gewesen sein, ein moralisches Vorbild ist er sicherlich nicht. Deshalb sollten die Prof-Messerschmitt-Straße ebenso umbenannt werden wie die der Messerschmitt-Piloten Priller und Wendel. Wie wäre es, die Straßen nach Orten zu benennen, die von der deutschen Luftwaffe zerstört wurden, wie etwa Guernica, Wielun, Coventry?

Hier die gesamte Stellungnahme der "Kommission für Erinnerungkultur" zu Straßenumbenennungen

Die Mitglieder der Kommission

Hier mein Dossier zum Messerschmitt-Komplex in Augsburg

Zur Umbenennung der Langemarckstraße

Während die Langemarckstaße umbenannt werden soll, ist die Diskussion über die Sommestraße erst einmal vertagt worden. Dabei gehören beide - als Anliegerstraße der neuen NS-Kasernen in Kriegshaber - unmittelbar zusammen. Daher sollte auch gleichzeitig die Sommestraße umbenannt werden. Als neue Namensgeber bieten sich Friedensnobelpreisträger wie Carl von Ossietzky oder Nelson Mandela oder auch oder auch Kofi Annan an.